Spielmannszug Nienhagen

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Geschichte des Vereins

Unser Verein

Spielmanns-und Fanfarenzug
Nienhagen
von   1963
seit 2007 auch Hörnerzug



von   Heinz  Krüger
anno  1993
erweitert  auf  40 Jahre Ende 2002  
                    

  Anfang 1963 saßen im Gasthaus Lienau " mehrere Leute zusammen am Stammtisch und unterhielten sich über alles Mögliche und Unmögliche. So auch darüber, ob es nicht möglich wäre, in einem Dorf wie Nienhagen selbst die Marschmusik für den Schützen - und Hacheumzug zu machen. Man sagte sich, es müsste eigentlich möglich sein und es wäre einen Versuch wert.
   
Karl Wallburg, der schon während der Kriegsjahre eifrig Marschmusik gemacht hat, der damalige Ratsherr August Näsemann sen., Herbert Gehrke, Erich Nadrowski, August Näsemann jun. und noch einige andere waren sich einig, dass man ruhig einmal einen Versuch machen sollte.
  Voraussetzung war natürlich eine rege und ausreichende Beteiligung und noch wichtiger war die finanzielle Seite.
  Da die Musikinstrumente auch damals schon Geld kosteten, welches wie immer sehr knapp war, musste auch hier eine Lösung gefunden werden.

  Und man fand eine.

 Ratsherr August Näsemann wollte sich bei der Gemeinde dafür einsetzen, dass das Geld aus dem Verwaltungshaushalt sozusagen vorgestreckt wurde. Dieses fand bei Allen großen Zuspruch und man war sofort Feuer und Flamme.

  Da aber das Geld von der Gemeinde nicht sofort zur Verfügung stand und man auch genau wusste, dass es noch einige Zeit dauern würde, erklärte sich Karl Wallburg bereit, das Geld erst einmal vorzuschießen. Man konnte sich vorstellen, dass dieser Vorschlag mit heller Begeisterung angenommen wurde.

So wurde am 12. Februar 1963 der                
Spielmanns- und  Fanfarenzug  Nienhagen
   
gegründet.

  Nun wurde man auch richtig aktiv und nach einigen Sitzungen beschlossen die Mitglieder, welche Instrumente angeschafft werden sollten.
  So fuhren dann Karl Wallburg und noch drei andere Mitglieder am 19. März 1963 nach Hannover zum Musikhaus Oberkamp und kauften die ersten Instrumente, die da waren: eine große Trommel (Pauke), ein Paar Becken, vier Paradetrommeln, vier Marschtrommeln, acht Fanfaren, acht Trommelflöten, einen Tambourstab und allen Zubehör, den man benötigte, für insgesamt    1 500,oo DM.

  Jetzt ging es richtig los.

  Als Übungsabend wurde freitags von 18.30 bis 20.30 angesetzt, was sich bis heute nicht geändert hat. Übungsort war der damals noch unbebaute Göschenkampweg.
  War das eine helle Begeisterung, als dann die Instrumente verteilt wurden.
  Karl Wallburg Stabführer und Ausbilder, Herbert Gehrke die Pauke, Erich Nadrowski die Becken, Hans Kursawe, Charlie Strauß, Heinz Krüger und Henrik van Oeffelt die Paradetrommeln, August Näsemann jun., Gerhard Korsten, Klaus Mertin und Dieter Gonsior die Marschtrommeln sowie unter anderen Günter Vinke, Siegfried und Dirk Burmann, Rainer Heuer, Klaus Heinrich Lienau, Willi Knels, Manfred Busch, Ernst Heinrich Könecke, Heiner Schwalenberg und Moses Fischer die Fanfaren. Jeder war stolz wie ein Pfau.
  Die ersten Übungsabende waren dann alles andere als ein Zuckerschlecken. Außer Karl Wallburg und August Näsemann kannte ja niemand etwas von der Marschmusik und dann sollte man auch noch Gleichschritt halten. Es wurde geübt und geübt, bis auch der letzte begriffen hatte, dass jeder Marsch mit dem linken Fuß beginnt und auch jeder wusste, wo links ist.

  Im September 1963 war dann der erste öffentliche Auftritt bei Lienau auf dem Saal vor dem gesamten Gemeinderat und anderen Gästen.
  Junge, Junge, haben da einige Knie gezittert.
  Aber dann hat es doch hervorragend geklappt, abgesehen von einigen kleinen Schönheitsfehlern.

  Im Oktober folgte dann auch der erste Auftritt außerhalb unserer Gemeinde. Es war der erste Laternenumzug in Bröckel, der auch heute noch in schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr im Spätsommer von uns mitgestaltet wird.

  Auch der erste Hacheumzug war im Oktober 1963
  Als nächstes wurde eine einheitliche Uniform beschlossen.
  Sie bestand anfangs aus einer weißen Kellnerjacke mit grün weiß gestreiften Schwalbennestern, silbernen Knöpfen und einem grünen Ärmelstreifen mit der Aufschrift „NIENHAGEN". So entstand auch die damalige Vereinsfarbe Grün Weiß. Dazu eine schwarze Hose mit grüner Biese und eine weiße Mütze mit schwarzem Schirm. Schwarze Schuhe waren dazu schon selbstverständlich.

  Im Mai 1964 fand das erste Schützenfest in Nienhagen mit der Beteiligung des Fanfarenzuges statt.

  Etwa zur gleichen Zeit löste sich der Bergmannsspiel-mannszug Wathlingen auf und viele Spielleute, vor allen Flötenspieler, schlossen sich dem Fanfarenzug Nienhagen an. Von denen gehören noch heute Werner Gonschior, Klaus Laskowski und Gerd Lange dem Verein  an.

  Im Juli 1964 wurden erste Kontakte mit dem  Fanfarenzug Wustrow geknüpft, die lange Jahre andauerten. Zum Schützenfest 1964 war der Fanfarenzug Wustrow ebenfalls Gast in Nienhagen und bildete mit unserem inzwischen auf 45 Spielleuten angewachsenen Verein eine Einheit von 75 Spielleuten. Das war ein überwältigendes Bild, welches viele heute noch vor sich sehen.
 
  Im August 1964 sind wir zu einem Gegenbesuch mit einem großen Reisebus nach Wustrow zum Erntefest angereist. Es wurden ein paar schöne Stunden dort verbracht. Auf der Heimreise wurde dann nach vielen dichten und denken und einer bekannten Melodie das Spielmannszuglied aus der Taufe gehoben, welches bis heute noch sehr oft und gern gesungen wird. Für alle, die ihn nicht kennen, hier der Text :

            
             Wir tragen weiße Jacken,    ( heute „blaue" )
              wenn unser Spiel erklingt.
              Wir tragen mit Stolz unser Wappen,              
              weil wir Nienhagener sind.
              Wir wollen Kameraden sein,
              wir wollen Spielfreunde sein,
              wir woll’n der Stolz des Dorfes sein.
              Die Trommeln und die Bläser  ( „Flöten" )  heute „beides"
              die spielen so wunder, wunderschön.
              Der Fanfarenzug Nienhagen     ( „Spielmannszug"  „Hörnerzug" )
              wird niemals untergeh’n.


  Im Januar 1965 fand dann auch der erste Kameradschaftsabend auf dem Saal bei Lienau statt. Zu diesem Anlass bekamen wir von Karl Cotta aus Hänigsen eine doppelreihige Lyra gestiftet, die uns   durch Walter Norgel über viele Jahre begleitet hat. Mit Musik und Tanz, reichlich Essen und Trinken feierten wir bis in die frühen Morgenstunden.                                                                      

  Nach dem Schützenfest im Mai 1965 kam dann im Juli die Fahrt wiederum mit einem Reisebus nach Wustrow zum Erntefest. Auch hier vergingen die Stunden wieder viel zu schnell.

  Im August 1965 folgte ein Bezirkstreffen mit Wettstreit in Vöhrum bei Peine.  
  Es war ein Auftritt vor einem sehr großen Publikum und für einige etwas ganz neues. Fast wäre es noch schlimm ausgegangen. Günter Laskowski hatte beim Luftholen eine Wespe verschluckt, sie aber gleich wieder ausgespuckt, bevor sie stechen konnte.
  Mit dem ersten Erinnerungspokal ging es dann stolz nach Nienhagen zurück, wo er bei Lienau noch tüchtig begossen wurde.
  Ein besonderer Spaß war an diesem Abend noch der Glatzenschnitt von Heinz Krüger. Kalle Kewel holte von seinem Vater die Werkzeuge und Herbert Gehrke betätigte sich als Barbier. Eine ganze Dose „NIVEA" musste anschließend herhalten, weil Herbert sagte: „Die Glatze muss richtig glänzen." So hatten wir des öfteren den einen oder anderen Spaß und immer eine gute Kameradschaft.

  Nach dem Hachefest in Nienhagen und dem Laternenumzug in Bröckel ging auch das zweite   Jahr erfolgreich und zufrieden zu Ende.

  Im Mai 1966 veranstaltete der Spielmanns und Fanfarenzug Nienhagen, wie er sich inzwischen nannte, einen Dorfgemeinschaftsabend, welcher ein unübertroffener Erfolg wurde. Fast eintausend Leute drängten sich auf dem Lienau’schen Saal, was man sich in der heutigen Zeit gar nicht mehr vorstellen kann.

  Im Sommer folgte dann das erste Schützenfest über vier Tage und zum Teil auch Nächte in Bröckel. Es waren zum Teil harte Stunden und auch große Strapazen, weil in Bröckel nichts ohne Musik gemacht wird. Ob es das Holen der Fahnen ist oder der König ist verschwunden oder es möchte jemand zum Essen nach Haus, immer waren wir mit musikalischer Begleitung dabei. Aber alle waren sich einig: In drei Jahren sind wir wieder dabei. Und wie man sieht, hat sich das bis heute nicht geändert.

  Im August 1967 hatte der Spielmanns- und Fanfarenzug dann seine erste Standortbestimmung bei einem Bezirkswettstreit in Hannover/ Krähenwinkel. Trotz großer Konkurrenz und reichlich Lampenfieber wurde auch dieser mit gutem Erfolg und vier Urkunden  hinter uns gebracht.

  1967 nahmen wir auch zum ersten Mal am Kreisspielmannszugtreffen in Wietzenbruch teil.

  Eine Teilnahme am großen Schützenfest in Hannover gehörte auch noch zu unserem Jahresplan. Sonntagmorgen um 1.00 Uhr sind wir mit dem Bus nach Hannover gefahren. Nach den ortsüblichen Begrüßungen mit allem Drum und Dran wie Fahnenholen und Königsfrühstück kam um 10.00 Uhr der große Schützenfestumzug.

  Es war für uns alle ein großes Erlebnis, doch waren wir uns gleichzeitig einig, dass wir diese Strapazen kein zweites Mal auf uns nehmen werden.

  Im Jahre 1968 feierten wir Kameradschaftsabend und gleichzeitig unser  5 jähriges Bestehen. Da wir ja nun ein richtiger Verein waren, kam auch die Frage nach einem Vorstand auf, welcher sich um die Sorgen und Freuden des Vereines zu kümmern hat. Karl Wallburg hatte zwar dieses Amt bis dahin provisorisch inne und auch Günter Vinke war der Finanzchef von der ersten Stunde an, doch musste man nach außen hin einen ordentlichen Vorstand aufweisen können.

  Das Amt des ersten 1.Vorsitzenden übernahm Werner Gonschior, 2.Vorsitzender war Karl Wallburg, Kassenwart und Schriftführer Günter Vinke, Instrumentenwarte August Näsemann jun. und Heinz Printz.
  So gingen nun die Jahre mit dem einen oder anderen Auftritt dahin, auch war es immer wieder ein Kommen und Gehen mit den einzelnen Spielleuten, welche immer wieder wechselten, da andere Interessen oder auch andere Umstände der einzelnen Spielleute den Verein immer wieder vor neue Probleme stellte, die aber auch immer wieder mit Bravour gelöst wurden, wenn es auch manchmal schwer fiel.

   Man musste sich halt immer wieder etwas Neues einfallen lassen.

  So wurde dann auch beschlossen, ich glaube es war im Jahr 1969, dass ab sofort Mädchen, welche Lust und Interesse an der Spielmannszugmusik hatten, in den Verein aufgenommen werden können. Dieser Beschluss wurde von den jungen Mädchen im Dorf begeistert aufgenommen, welches bei einigen „alten Hasen" nicht unbedingt der Fall war.
  
  Leider wurden die Fanfarenbläser immer weniger, weil es bei den meisten Jungen die Arbeit nicht zuließ oder aber die Freundin nicht so recht Lust hatte, so dass bald nur noch  5  oder  6  Bläser übrig blieben.

  Aus diesem Grund wurden wir dann auch ein reiner Spielmannszug und die Fanfaren wurden nur noch zu besonderen Anlässen hervorgeholt.

  Im Jahre 1973 stellte sich wiederum ein großes Problem ein.
 Da sich in Nienhagen immer mehr neue Vereine und Verbände bildeten und das Angebot der Freizeitgestaltung immer größer wurde, kam es wie es kommen musste. Von dem Spielmannszug liefen immer mehr Kinder und Jugendliche zu den anderen Vereinen über und auch die Resonanz aus Wathlingen ließ beträchtlich nach. Da wir in Bröckel für 1975 zum Schützenfest schon zugesagt hatten, mussten wir uns wieder mal was einfallen lassen.
  Es folgte dann im Herbst 1973, nach  10 Jahren Höhen und Tiefen, eine erste Krisensitzung, die beinahe schon das Ende des Vereines geworden wäre.
  Mit nur noch  8 (acht) aktiven Spielleuten haben wir dann beschlossen, es noch einmal mit vereinten Kräften und einer großen Werbetrommel zu versuchen. Es ist uns zwar allen nicht leicht gewesen, aber es hat sich doch ein neuer Erfolg gezeigt, so dass wir wieder etwas optimistischer in die Zukunft sehen konnten, ohne damals zu ahnen, dass sich das gleiche Problem  1980 wiederholen sollte, welches aber wiederum einigermaßen mit Bravour gelöst wurde.

  Ein Kuriosum in der Vereinsgeschichte des Spielmannszuges war dann 1975 beim Schützenfest in  Bröckel der Weckumzug am Montagmorgen. Der vom Baugeschäft Höper zur Verfügung gestellte 15 m lange Tieflader war geschmückt und zurechtgemacht und wir standen mit  4 (vier), es ist kein Druckfehler, Spielleuten da. Günter Laskowski (Flöte), Heinz Printz (Trommel), Gerd Lange (Becken) und Heinz Krüger (Pauke). Aber pünktlich um  7.00 Uhr begann trotzdem das Wecken. Nach etwa einer Stunde kam dann noch Lothar Beckmann (Flöte) dazu, sodass Günter ein wenig Unterstützung bekam. Und der Weckumzug wurde so auch an diesem Montag in Bröckel zur Zufriedenheit aller durchgeführt, wenn auch sehr anstrengend. Somit war wieder eine große Hürde überwunden und es ging vor allen Dingen weiter mit dem Spielmannszug Nienhagen.

  Da sich der Verein danach wieder einigermaßen erholt hatte, kam etwa gegen Ende 1975 der Vorschlag, auch einmal eine neue Uniform in Betracht zu ziehen. Von Hans Dieter Fassbender kam der Vorschlag, einmal etwas ganz anderes zu probieren. So wurde auf einer Versammlung beschlossen, eine neue Tracht anzufertigen in den Farben schwarz, gelb, lila und grün. Von den Kniebundhosen haben wir dann allerdings Abstand genommen.                 
  Die Begeisterung, die anfangs herrschte, verflog dann aber sehr bald wieder, als man allerorts hörte: „Ihr seht ja aus wie die Rattenfänger von Hameln!" So hat sich diese Tracht auch nur etwa 5 Jahre gehalten.

  Im Jahr 1979 beschlossen wir dann einen erneuten Uniformwechsel.

  Ziemlich einstimmig wurden die Farben blau und weiß in den Vordergrund gestellt. Zum Schützenfest 1980 in Nienhagen wurde die neue Uniform dann öffentlich vorgestellt und mit großer Bewunderung und Begeisterung von allen Seiten begrüßt. Sie bestand aus einer schwarzen Hose, einem weißen Hemd mit weinroter Krawatte, einer kornblumenblauen Jacke und einem schwarzen Käppi. Im Laufe der Jahre kamen dann noch silberne Schulterstücke und eine silberne Kordel dazu. So hat sich diese Uniform bis heute gehalten und wird wohl auch so ins nächste Jahrtausend übergehen.

  Auch hat sich vereinsmäßig im Laufe der Jahre einiges geändert.

  So wurde nach Werner Gonschior Dieter Karpenstein neuer 1. Vorsitzender von 1981 bis 1983. Nach ihm übernahm Monika Perlbach den Vorsitz im Spielmannszug Nienhagen. Unter Monikas Regie sind wir dann 1984 ein eingetragener Verein geworden. Im Februar 1983 fand dann auch wieder ein Kinderfasching auf dem Lienau’schen Saal statt, woran sich am gleichen Abend die  20 Jahrfeier des   S Z  anschloss. Von Familie Petersen, den damaligen Pächtern von „Lienaus Gasthaus" bekamen wir eine Spende, welche den Abend noch zusätzlich verschönte.

  Ich möchte noch einmal auf das Bröckeler Schützenfest zurückkommen, welches in regelmäßigen Abständen von drei Jahren stattfindet und offiziell seit 1966 jedes Mal vom Spielmannszug Nienhagen mitgestaltet wird. Wie man heute weiß, kann man sich in Bröckel ein Schützenfest ohne den  S Z Nienhagen  gar nicht mehr vorstellen.                
  Auch zu jedem anderen gegebenen Anlass sind wir bis heute gern gesehene Gäste.
  Wenn es auch jedes Mal eine regelrechte Strapaze ist, die vier tollen Tage in Bröckel, so hatten wir doch auch jedes Mal den einen oder anderen Spaß. Eine ganz besondere Anziehungskraft hatte jedes Mal der Swimmingpool von Höper, welchen viele von uns, teils freiwillig, teils aus „Versehen", kennen lernten, weil er ja auch so dicht an die Terrasse gebaut war und somit manch einem zu einem unvorhergesehenen Uniformwechsel zwang. Aber es machte uns nur noch härter.
  Ein ganz besonderer Dank gilt hiermit vor allen Dingen Alfred Meyer sen. und seiner Frau Anni. Es war einfach enorm, was diese beiden für eine Betreuung und Fürsorge für den Spielmannszug entwickelt haben.
  Jeden Sonntag- und Montagmorgen, wenn der Weckumzug angesagt war, hieß der Treffpunkt „Garage von Oberbritzmeister Alfred Meyer", welche im Laufe der Jahre zu einer richtigen Partystube ausgebaut wurde. Egal, ob wir nun zu Hause gewesen sind, oder in Bröckel geblieben sind. Wenn wir bei Anni den frischen Kaffee gerochen haben und die belegten Mettwurstbrote schön garniert auf dem Teller liegen sahen, waren die Anstrengungen vom Vortag schnell vergessen und es war immer wieder ein gelungener Auftakt eines Bröckeler Schützenfesttages.
  Zu Recht erhielt Anni dann auch irgendwann den Beinamen „Mutter des Spielmannszuges Nienhagen", welcher sehr gut zutraf und bis heute noch seine Gültigkeit hat, obwohl der Treffpunkt morgens mittlerweile bei Volker Borchers stattfindet, der als Nachfolger von Alfred neuer Britzmeister geworden ist und bei dem wir uns genauso wohl fühlen und auch genauso herzlich aufgenommen sind.

  Auch das Kommen und Gehen anderer Spielmannszüge und Musikzüge, welche von den Bröcklern eingeladen wurden und nie mehr als zwei Schützenfeste dabei waren, weil es zu anstrengend ist, war immer wieder eine Bestätigung für uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Andere Vereine konnten es einfach nicht begreifen, wie man als normaler Mensch so eine Tortour mitmachen kann.

  Eine Ausnahme bildet seit 1984 der Posaunenverein Fürstenhagen. Mit deren Bläserinnen und Bläsern verbindet uns eine herzliche Freundschaft, die mit dem einen oder anderen Auftritt immer wieder untermauert wird.

  Als Christian Korn, ein langjähriger Spielmann und Trommler, im Jahr 1984 die „Nienhagener Wappengarde" (die heutigen „Blue Diamonds") gründete, sahen das einige schon als Untergang für den Spielmannszug, weil sich da eine ganz neue, flottere und modernere Musik präsentierte, die einen recht guten Anklang fand und bei vielen Leuten, ob alt oder jung, gut ankam.
  Doch sehr schnell stellte man auch fest, dass da zwei verschiedene „Musiken" gemacht wurden und wir gegenseitig keine musikalische Konkurrenz darstellten. Sicher wechselte der eine oder andere Spielmann zu den „Blue Diamonds" über, aber durch gute Nachwuchsarbeit auf unserer Seite wurde das immer wieder ausgeglichen und wir haben bis heute ein gutes Verhältnis mit den blauen Diamanten, wozu auch einige gemeinsame Auftritte zur Verstärkung der Freundschaft beitragen.
  
  Ende des Jahres 1986 teilte uns Monika Perlbach mit, dass sie das Amt als erste Vorsitzende aus privaten Gründen nicht mehr ausführen kann. Das war für alle erst einmal ein Hammer, da keiner darauf vorbereitet war.
  Nach langem Hin und Her erklärte sich Heinz Krüger als dienst ältester Spielmann bereit, den Vorsitz vorübergehend zu übernehmen. Mit großer Unterstützung durch Erhard Herberth und Hannelore Krüger, sowie den gesamten Spielmannszugmitgliedern. Denn als nächstes Großereignis stand kurze Zeit später, genau am 12. Februar 1988, die   25 Jahrfeier an. Zu diesem besonderen Anlass wollte sich der Spielmannszug eine Standarte anschaffen. Durch Spenden, die Herbert Gehrke mit großem Engagement eingesammelt hat und durch eingespielte Gelder ist uns die Anschaffung auch pünktlich zum 25 jährigen gelungen.

  Bei diesem Anlass wurde sie dann von Bürgermeister Werner Heins, der auch passives Mitglied im Verein war, feierlich geweiht und an Standartenträger Herbert Gehrke übergeben.
  
   Die Jubiläumsfeier war auch ansonsten ein unvergessener Abend, an dem der gesamte Spielmannszug, ob aktiv oder passiv, in aufopfernder Weise mitgeholfen hat. Nachdem Karl Wallburg den Werdegang des S Z geschildert hat, wobei es sehr viel zu schmunzeln gab, ging es zum gemütlichen Teil über, der wie immer bis zum frühen Morgen dauerte.

   Zwei weitere Großereignisse ließen nicht lange auf sich warten. Zum einen waren wir Pfingsten 1988 vom Posaunenverein Fürstenhagen zu deren 60 jährigem Jubiläum eingeladen. Es waren drei sehr schöne Tage in Fürstenhagen, weil auch die Schützengesellschaft Bröckel mit etwa 50 Leuten zu dieser Feier angereist war. Somit war dann auch für sehr viel Stimmung und Rabatz gesorgt. Denn wo Leute aus Bröckel und der Spielmannszug am feiern sind, da biegen sich im wahrsten Sinne des Wortes die Bretter. So ein Fest hatte man in Fürstenhagen vorher noch nicht erlebt.
   Kein Wunder also, dass uns der Abschied dann auch besonders schwer fiel.

  Zum anderen folgten wir im Juni 1988 einer Einladung des Schwagers von Karl Wallburg nach Slagelse in Dänemark. Mit dem Bus sind wir Freitagmorgen um 5.00 Uhr los über Hamburg, Fehmarn, dann mit der Fähre nach Dänemark rüber und weiter nach Slagelse.
  Dort wurden wir alle in einer Jugendherberge untergebracht. Am Freitagabend war dann bei Torben (Karls Schwager) eine große Grillfete angesagt. Essen und Getränke hatten wir reichlich mitgenommen, da in Dänemark alles viel teurer ist als bei uns. Am Samstag nach dem Frühstück folgte ein großer Sternenmarsch durch Slagelse bis zum Marktplatz. Es waren Musikzüge aus Deutschland, (Hamburg-Blankenese und Nienhagen) Norwegen, Schottland und Dänemark angereist. Nach dem Abspielen der Nationalhymnen, (es war schon ein komisches Gefühl) und einigen Grußworten ging es dann weiter zum Stadion, wo nach einem vorher einstudierten, gemeinsamen Spiel jeder einzelne Musikzug sein Können vor einer großen Kulisse unter Beweis stellen konnte.
  Es war schon ein aufregendes Erlebnis, weil auch das dänische Fernsehen anwesend war. Eine Videokassette erinnert uns noch heute an die unvergessenen Stunden in Dänemark. Am Sonntag nach dem Mittagessen traten wir dann die Heimreise an und waren uns einig,  dass es für die meisten von uns ein einmaliges Erlebnis bleiben wird.

  Den Hachefreitag 1988 gestaltete auch der Spielmannszug Nienhagen. Nach einem Fackelsternenmarsch durchs Dorf mit zehn befreundeten Musikzügen konnte dann auf dem Festzelt jeder einzelne Zug noch einmal seine persönliche Show abziehen, ehe der Posaunenverein Fürstenhagen mit schwungvoller Musik zum Tanz einlud. Das wurde dann auch reichlich angenommen und dauerte bis zum frühen Morgen.

  Zum Ende des Jahres ließen wir uns von Gerald Vinke einen Standartenschrank bauen, um das wertvolle Stück zu schützen. Er wurde erst in der alten Schule und dann aus Sicherheitsgründen bei unserem Vereinswirt Jürgen KrienkeIn den Birken" installiert, wo auch heute noch das Klubzimmer seinen besonderen Glanz dadurch erhält.

  So ging ein aufregendes und ereignisreiches Jahr zu Ende, welches als Jubiläumsjahr für einige Schwarzseher gar nicht hätte stattfinden sollen, da es den Spielmannszug gar nicht mehr geben würde. Mit vereinten Kräften und vor allem einer guten Kameradschaft haben wir dem bis heute erfolgreich entgegengehalten.

  Im September 1988 fand dann noch ein Besuch im „Heidepark Soltau" statt, wo wir bei einigen Rundgängen mit Musik und dafür freien Eintritt ein paar schöne Stunden hatten. Und die nicht nur für die Kinder.

  Im Januar 1989 erklärte sich Erhard Herberth bereit, den Vorsitz des Spielmannszuges zu übernehmen, welches von allen mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Hatte er ja in den Jahren zuvor schon reichlich Gelegenheit, sich auf dieses Amt hin einzuarbeiten.

  Auch 1989 sollte ein denkwürdiges Jahr werden.

  Durch die Öffnung der Deutsch-deutschen Grenze und den Fall der Mauer tat sich auch für uns eine ganz neue Welt auf.
  Durch Gerhard Lüdecke, der leider viel zu früh verstarb, bildeten sich erste Kontakte zum Spielmannszug Treuenbrietzen. Der erste Besuch aus Treuenbrietzen kündigte sich dann zum Schützenfest 1990 an. Blieb die Frage „Wohin mit den Gästen".
  Aber wie gewohnt war auch dieses kein Problem für den SZ. Innerhalb kürzester Zeit waren alle Gäste privat bei Mitgliedern und Freunden des Vereins untergebracht. Dabei wurden auch gleich einige Freundschaften geschlossen, die auch heute noch bestehen.
  Im Juni 1990 machten wir uns zu einem Gegenbesuch auf die Reise mit unserem inzwischen „hauseigenen" Busfahrer Wilhelm Baars aus Bröckel.
  Die Herzlichkeit, mit der wir in Treuenbrietzen empfangen wurden, ging manch einem durch und durch. Es war ein Verhältnis, als wenn man sich schon jahrelang kennen würde. Die Besuche und Gegenbesuche finden seitdem in schöner Regelmäßigkeit statt und wir alle hoffen und wünschen, dass dies auch in Zukunft so bleibt.

  Ein gemeinsames Zelten am Tankumsee bei Gifhorn sowie das obligatorische Schützenfest in Bröckel rundeten das Jahr 1990 wiederum erfolgreich und zur vollen Zufriedenheit aller ab.

  Wie wir ja alle wissen, sind einige Spielleute aus Treuenbrietzen auf Grund besserer Arbeitsmöglichkeiten auch zu uns nach Nienhagen oder Celle gekommen. Es waren dieses Kai Haseloff, Lutz Brauer, Andrea Braun und Janett Schröder. Janett war es auch, die es dem Spielmannszug ermöglichte, wieder mit einem bis dahin stark vernachlässigtem Instrument, nämlich der Lyra, an der Spitze des Zuges zu marschieren. Auch hatte sie innerhalb kürzester Zeit und mit intensivem Übungsfleiß Thorsten Krüger zu einem exzellenten Lyraspieler ausgebildet, den man sich heute dort vorn gar nicht mehr wegdenken möchte.

  Im September 1992 starteten wir mit Wilhelm Baars und seinem Bus zu einer drei Tagesfahrt an die Mosel mit Weinprobe und Moselschifffahrt nach Bernkastel-Kues zu einem zünftigen Weinfest. Dort kauften wir uns alle die gleichen Mützen, (schwarz rot gold) damit keiner im Gedränge verloren geht.

  Das Jahr 1993 begann gleich wieder mit einem großen Ereignis.
 Am 12. Februar feierte der Spielmannszug Nienhagen sein 30 jähriges Bestehen.
  Über 100 Leute aus nah und fern sind der Einladung gefolgt und es war wie immer ein gelungenes Fest mit einigen Showeinlagen verschiedener Spielleute und Gäste. Dass die Feier bis in die frühen Morgenstunden dauerte, versteht sich mittlerweile von selbst.

  Im Sommer stand dann wieder Schützenfest in Bröckel an. Dabei hat sich der Spielmannszug wieder einmal selbst übertroffen. Vier Tage waren uns und den Bröcklern diesmal noch nicht genug.
  Wir wollten am Dienstagabend nur unsere Instrumente von Manfred Krüger abholen und zum Teil in Arbeitskleidung oder Trainingsanzug hingefahren. Ja, wenn ihr schon mal da seid, dann können wir auch noch einmal zu Majestät Otto Schulze fahren, der hat noch so viele Reste an Essen und Getränken. Rein „zufällig" stand auch noch unser geschmückter Umzugswagen vom vorherigen Tag mitsamt dem Trecker und dem dazugehörigen Fahrer (Kalle Krüger) hinterm Haus. Mit Musik und Stimmung ging es dann los zum König. Nach einer guten Stärkung mit Essen und Trinken kam irgendjemand auf die glorreiche Idee, man könnte die schützenfestgeschädigten Bröckler wieder zum Leben erwecken mit einem Umzug durch das Dorf. Es hatten sich mittlerweile nämlich 80 – 90 Leute eingefunden.
  Gesagt, getan, alles rauf auf den Wagen, so gut es eben ging und los ging es mit „Locke Bröckler".

  Und wieder einmal hat man festgestellt, der Spielmannszug Nienhagen ist wirklich nicht unterzukriegen.
  Danach waren wir dann aber doch alle reif für den Urlaub, denn die Sommerferien hatten gerade angefangen.

  So ging auch das 30. Jahr vorüber und wir glauben und hoffen, dass auch die nächsten Jahre in harmonischem Einklang und guter Kameradschaft immer wieder Anlass zur Freude geben damit auch in Zukunft immer etwas erfreuliches über den Spielmannszug Nienhagen geschrieben werden kann.






Wichtiger Nachtrag zu den ersten 30 Jahren :

  Anlässlich der 25 Jahrfeier im Februar 1988 wurden Karl Wallburg und Herbert Gehrke für besondere Verdienste in den vergangenen Jahren zu Ehrenmitgliedern des SZ ernannt. Auch August Näsemann jun. wurde im Februar 1992, an seinem 70. Geburtstag Ehrenmitglied.

1993 -   2003

  Was der Spielmannszug in Bröckel leistet, hat sich inzwischen auch bis nach Meinersen herumgesprochen. So kam es dann auch, dass wir seit Juli 1993 regelmäßig am dortigen Schützenfest teilnehmen
 
  Im September 1993 sind einige Leute vom SZ privat mit dem Bus nach Calella an der Costa Brava in Spanien gefahren. Wir waren fast 24 Stunden mit dem Bus unterwegs (1 Tour). Es war eine schöne Woche, aber auch sehr anstrengend. Wir waren uns dann auch alle einig, dass man so etwas zwar einmal mitgemacht haben muss, aber es nicht unbedingt ein zweites Mal braucht.

  Im Oktober 1993 waren wir mit dem Bus und der Gemeinde Nienhagen/Celle in Nienhagen/Halberstdt und haben dort einen bunten Abend mit gestaltet, welcher dort sehr gut angenommen wurde.

  Anfang 1994 bekamen wir erstmals Verstärkung aus Bröckel. Florian Busse hat seine Eltern so lange genervt, bis Mama Jutta mit ihm nach Nienhagen gefahren ist und sie beide im Spielmannszug angemeldet hat. Anfang 1995 kam dann auch der Rest der Familie (Helmut, Sebastian und Anna-Lena) zum Spielmannszug Nienhagen. Aus Helmut ist inzwischen ein guter  Lyraspieler neben Thorsten Krüger geworden, aus Florian ein ebenso guter Trommler und aus Sebastian ein guter Beckenspieler (inzwischen auch Trommler).
  Im Mai 94 haben wir nach langen Jahren mal wieder am Schützenfest in Eicklingen teilgenommen bei sehr schönem Wetter und einer guten Beteiligung.

  Im Juli 94 feierten die „Blue Diamonds“ ihren 10. Geburtstag unter großer Beteiligung von allen Seiten.

  Im September 94 haben wir durch Monika Meyer aus Bröckel erstmals am Altstadtfest in Gifhorn teilgenommen.

  Beim Hachefest 94 wurden die langjährigen Pächter des Hachehofes und Freunde des SZ, Uschi und Dieter Severloh, in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

  Mit Günter Vinke und Bürgermeister Werner Heins mussten wir noch zwei verdiente Mitglieder für immer verabschieden.

  Zum Kameradschaftsabend 1996 haben wir erstmals auch einige Freunde aus Bröckel eingeladen, welches mit großer Begeisterung angenommen wurde und zwar von 22 Leuten. Ein „Fehler“ war dann in den frühen Morgenstunden, dass der bestellte Fahrer „viel zu früh“ da war. Es war aber trotzdem für alle ein schönes und gelungenes Fest.

  Seit Juni 1996 spielt der SZ auch wieder in Wathlingen beim Schützenfest, nachdem alle Unklarheiten beseitigt waren, die, warum weiß keiner, irgendwie das Verhältnis zwischen Wathlingen und Nienhagen einmal gestört haben. Auch sind wir zu einigen anderen Anlässen wieder gern gesehene Gäste in Wathlingen.

  Ende Juni 96 war dann auch wieder Schützenfest in Bröckel angesagt. Leider hat es an allen Tagen, außer Montag beim großen bunten Umzug, geregnet. So etwas kennen wir eigentlich gar nicht, denn wenn der SZ nach Bröckel kommt scheint fast immer die Sonne. Aber auch das hat uns und der Stimmung in Bröckel nichts anhaben können.
  Mit Hans Heinrich Berkhahn wurde der jüngste König in Bröckel proklamiert und außerdem wurde Deutschland am Sonntagabend in England Fußball – Europameister über Tschechien. Nachdem das Zelt während der Übertragung fast leer war, kann man sich vorstellen, was dann nach dem Schlusspfiff los war. Und so ging auch das Schützenfest 1996 in Bröckel mit einem außergewöhnlichen Ereignis in die Geschichte ein. Auch deshalb, weil der größte Teil der Spielleute bei Bussen im Garten seine Zelte aufgeschlagen hatte und somit das lästige Hin und Herfahren vermieden wurde. Man konnte dadurch auch etwas länger schlafen oder was davon möglich war.
  Alfred Meyer jun., der in Bröckel seit ein paar Jahren zu allen Anlässen Videokamera und Fotoapparat dabei hat und auch reichlich nutzt, überlässt uns seit 1990 jeweils eine Videokassette mit allem was so passiert während des Schützenfestes und auch bei anderen Festen und Feiern. Inzwischen ist Alfred auch Mitglied im SZ.
   Im Mai 1997 hat sich der Spielmannszug durch Erhard Herberth von der Firma Karstadt eine neue, einheitliche Regenjacke zugelegt. Schwarz – blau mit aufgeflocktem, weißem SZ Emblem auf dem Rücken. Sie wurden von allen mit großer Begeisterung angenommen und dient seitdem als fester Bestandteil auch schon mal als einheitliche Bekleidung bei Auftritten.
  Im April 98 kamen dann auch noch Sweat – Shirts mit gleichem Emblem dazu, welche auch bei einigen passiven Mitliedern großen Anklang fanden. Es wurden gleich ein paar mehr bestellt.
  Ein weißes T – Shirt, welches von Heinz Krüger mit unserem vergrößerten und aufgebügelten Vereinswappen bestückt wird, rundet das gesamte Vereinsbild ab und lässt uns nun auch bei anderen Aktivitäten wie Fahrradtour, Zelten oder Eieressen usw. als gemeinsame Truppe erkennen.

  Im Mai 1998 trat mit Horst Baron als 1. Vorsitzender, Günter Dräger als Hauptkönig und Gunter Heuer als Vizekönig die gesamte Schützenfestführung dem Spielmannszug bei, welches ja nicht unbedingt selbstverständlich ist.
  
  Am 24. September 1998 verstarb unser Gründer, langjähriger Leiter und Ehrenmitglied Karl Wallburg. Wir werden sein von ihm geschaffenes Werk in seinem Sinne weiterführen, soweit es uns möglich ist. Am 29. 09. 98 haben wir unter großer Anteilnahme Abschied genommen.

  Von der Gemeinde Nienhagen bekamen wir Bescheid, dass die alte Schule als Heimatmuseum umgebaut werden soll und somit für uns als Übungs und Gesellschaftsraum nicht mehr in Frage kommt. Stattdessen wird am Stadion in Nienhagen ein neues Vereinsheim für den SVN 1. Herren, DLRG, Blue Diamonds und den Spielmannszug Nienhagen gebaut, der sogenannte „Gärtner – Palast“. Nach der Grundsteinlegung, einigen Monaten Bauzeit, dem Richtfest und einigen Stunden Eigenleistung der einzelnen Vereine wurde das Gebäude im Mai 1999 öffentlich eingeweiht. Wir fühlen uns inzwischen recht wohl dort und haben auch schon einige Übungsstunden und auch kleine Feierlichkeiten wie Weihnachtskaffee und Kinderfasching gefeiert.

  Am 9. Februar 1999 wieder ein trauriges Ereignis.
  Unser langjähriges Festausschussmitglied und die Mutter und Oma vieler aktiver Spielleute, Erna Baumgartner ist an ihrem 70. Geburtstag für alle unerwartet verstorben. Es hat uns alle tief betroffen, war Sie doch zu einer Seele unseres Vereins geworden. Wir werden Sie stets in guter Erinnerung behalten.

  Im Mai 1999 haben wir wieder am Eicklinger Schützenfest teilgenommen. Bei sehr schönem Wetter und einer ebenso guten Beteiligung allerseits ging der Umzug vom Schützenplatz in Klein Eicklingen über Groß Eicklingen, Sandlingen und Schepelse wieder zum Festplatz. Wir sind dabei als Spielmannszug sehr gut angekommen und haben auch gleich die Einladung für das Schützenfest 2003 mitbekommen.

  Auch das Schützenfest in Bröckel im Juli 99 war wieder ein toller Erfolg für alle Seiten und dauerte wieder fünf Tage.

   Nachdem dem 1. Vorsitzenden des SZ, Erhard Herberth kurzzeitig die Schuhe abhanden gekommen waren und einige Suchtrupps nötig waren, sie wieder zu finden, ging dann doch alles seinen gewohnten reibungslosen Gang. Unsere Freunde aus Fürstenhagen waren ebenfalls wieder für zwei Tage mit von der Partie. Der Abschied fiel dann auch wie immer allen sehr schwer.

  Im September sind wir mit dem Bus nach Berlin gefahren. Es waren drei sehr schöne Tage und für einige etwas ganz neues, da sie noch nie in Berlin waren und das Brandenburger Tor nur von Bildern oder Briefmarken kannten. Bei einer Stadtrundfahrt konnte man zwar nicht alles sehen und erleben, doch einige wichtige Sachen haben schon für ein unvergessliches Erlebnis gesorgt. Ein Besuch in Potsdam im Schloß und Park Sancoussi rundete das Gesamtbild dann noch ab und wir sind alle tief beeindruckt wieder nach Haus gefahren.

  So ging ein erfolgreiches und  zufriedenes Jahr zu Ende und alles fieberte dem Jahrtausendwechsel entgegen, was ja auch nicht sehr häufig vorkommt.

  Auch hatte der Spielmannszug Nienhagen inzwischen die 100 Mitgliedermarke überschritten. Das 100. Mitglied war übrigens Holger van Oeffelt.

  Für den Schützenverein Nienhagen wird das Jahr 2000 auch ein unvergessliches Jahr bleiben, weil erstmals in der Geschichte des Vereins keiner von den in Frage kommenden Schützen bereit war, die Königswürde zu übernehmen!!!!!
  Trotzdem haben wir den Umzug mitgestaltet und auch das traditionelle Wecken durchgeführt, wenn auch alles ohne Schützenkönig. Das anschließende Eieressen fand dann nach einem kleinen Umzug erstmals auf dem Klosterhof statt und zwar bei Familie Eichstädt. Heini Eichstädt, langjähriger „Doktor“ des Schützenvereins hat sich riesig gefreut und mehrmals gesagt: „dass ich das noch erleben darf!“

  Im September, einen Tag vor dem Laternenumzug in Bröckel kam Wilhelm Baars mit dem Wunsch zu uns, eine Pferdetaufe durch zu führen, da sich Heike und Bianca Rohde schon vorher bereit erklärt hatten, die Patenschaft zu übernehmen. Wie alles in Bröckel wurde davon dann auch wieder ein halbes Volksfest, welches eben nur mit dem Spielmannszug Nienhagen stattfinden kann.

  Ende September waren wir dann noch zu einem Besuch in Treuenbrietzen eingeladen. Wir sind mit drei großen Autos hingefahren und haben dort zwei schöne Tage verbracht. Hinterher waren wir uns einig, dass dieses auch in Zukunft im Wechsel öfter einmal stattfinden sollte, womit die Freunde aus Treuenbrietzen zum Kameradschaftsabend 2001 auch gleich mit zwölf Leuten die Gelegenheit beim Schopf packten und unsere Feier mit ihrer Anwesenheit und ein paar Musikstücken verschönerten. Der Abschied am anderen Tag fiel dann auch wieder besonders schwer.

  Von Volker Borchers und Michael Pleick aus Bröckel haben wir eine großzügige Spende in Form von 40 neuen Krawatten mit eingesticktem Vereinsemblem bekommen, worüber wir uns natürlich sehr gefreut haben und sie auch dankend angenommen haben. Wir werden die guten Stücke bestimmt etliche Jahre mit stolzer Brust durch die Gegend tragen.
 
  Seit Januar 2001 hat der SZ eine neue Führung. Erhard Herberth hat den Vorsitz nach 12 Jahren aus gesundheitlichen Gründen abgegeben und auch Maren Wichert hat ihr Amt als 1. Schriftführer aus familiären Gründen zur Verfügung gestellt. Torsten Koch ist seit dem 26. 01. 01   1. Vorsitzender. Zusammen mit Jutta Busse als 2. Vorsitzende und Monika Perlbach als 1. Schriftführerin bildet er nun den Hauptvorstand.

  Erhard wurde dann auch gebührend in den wohlverdienten „Ruhestand“ verabschiedet. Er wird sich in Zukunft mehr um die passiven Mitglieder kümmern, damit diese mehr in das Vereinsleben eingegliedert werden können und sollen.

  Im Mai 2001 erreichte uns eine weitere traurige Nachricht, diesmal aus Fürstenhagen. Karl-Heinz Küster, der erste Vorsitzende der Salbachmusikanten und guter Freund des SZ. ist ganz plötzlich verstorben. Es hat uns alle tief betroffen und wir werden auch ihn in sehr guter Erinnerung behalten.

  Beim Hachefest 2001 wurden von der Gemeinde Nienhagen verdiente Mitglieder und Personen aus Vereinen und Verbänden geehrt, unter andern auch Werner Gonschior, Herbert Gehrke, Erhard Herberth und Heinz Krüger vom Spielmannszug Nienhagen.
    Im Februar 2002 feierte unser Ehrenmitglied August Näsemann seinen 80. Geburtstag in den „Jahnstuben“ in Nienhagen. Nachdem der SZ gratuliert und sein Ständchen gebracht hatte, staunten einige nicht schlecht, als zum Schluss noch einmal die Locke gespielt wurde und auf dem Flur ein weiterer Spielmannszug einsetzte und auf den Saal marschierte.
   Heinz Krüger hatte acht Ehemalige motiviert und alle hatten spontan zugesagt. Da bekam sogar ein alter Haudegen wie August noch einmal feuchte Augen

   Im März 02 begab sich der SZ Nienhagen erstmals in ein Trainingslager und zwar nach Oelheim bei Peine für drei Tage. Alle Beteiligten waren sich hinterher einig, dass man so etwas in Zukunft öfter ausführen sollte, da es Alles in Allem doch sehr viel gebracht hat.
   Im April bekamen wir eine großzügige Spende von den Gymnastikfrauen des Siedlerbundes aus Nienhorst. Da war die Freude natürlich riesig und wir werden damit die Jugendarbeit weiterhin und noch mehr unterstützen.

   Das Schützenfest Nienhagen 2002 fand an einem Samstag im Hagensaal statt !?!?!?
   Nach dem Pflanzen der Königseiche und zwei weiteren Probemärschen war wieder Schützenfest in Bröckel angesagt. Und auch dieses Mal wieder über fünf Tage und erstmals unter der Leitung von Oberst Bernd Schäfer, der die Nachfolge von Heiner Behrens angetreten hat und wie wir meinen, es auch sehr gut gemeistert hat. Heiner Behrens hat sich in den wohlverdienten Ruhestand zurückgezogen, was man hier nicht unbedingt wörtlich nehmen muss.
   Von Carsten Lüßmann bekamen wir dann noch eine Einladung ganz besonderer Art. Die Sahlbachmusikanten hatten sich in Eigenleistung ein neues Vereins- und Übungshaus in Fürstenhagen gebaut und wollten dieses nun auch gebührend einweihen. Carsten meinte, das geht aber nicht ohne Bröckel und den SZ Nienhagen. Gesagt, getan, bestellte er bei Wilhelm Baars einen Bus mit der dazugehörigen Marschverpflegung und wir fuhren am 12. Juli mit 34 Leuten nach Fürstenhagen. Das war eine gelungene Überraschung, weil da nun wirklich keiner dort mit gerechnet hat.

   Nach dem Hachefest 2002 ging dann auch die intensivere Planung für die 40 Jahrfeier im nächsten Jahr in die Endphase.

   Ich hoffe und wünsche, dass auch weiterhin alles zur allgemeinen Zufriedenheit verläuft und auch in Zukunft viel Gutes über den SZ Nienhagen geschrieben werden kann, wenn auch von anderer Stelle.
3 mal „Gut Spiel“ und „Henne Menne“
Euer
Heinz Krüger


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